Plattencheck: Kitty Solaris – We Stop The Dance

Kitty Solaris ist das personifizierte Ein-Frau-Imperium der Berliner Musik-Subkultur. Klingt hochgegriffen? Vielleicht. Doch als Labelchefin (Solaris Empire), Veranstalterin einer Konzertreihe im Schokoladen Mitte und musikschaffende Künstlerin, die in Eigenregie schon vor vielen Jahren aus der Not, die die Branche so mit sich bringt, eine selbstausbeuterische Tugend gemacht hat, muss sie sich mit dem Prädikat schmücken lassen. Mit We Stop The Dance, ihrem bereits vierten Album, verweigert sie sich nicht nur ihrer Singer-Songwriter lastigen Vergangenheit, sie holt zum Generalschlag aus und schafft etwas, dass man hierzulande nur selten findet: dunkelbunten, englischsprachigen Pop mit Haltung und dem nötigen Gespür für Ironie.

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Plattencheck: Bernhard Eder – Post Breakup Coffee

Die Herzschmerz-Oktalogie

Konzeptalben zum Thema Trennung sind so eine Sache. Die inneren Befindlichkeiten kurz nach dem – um mal in den Tiefen der metaphorischen Pathoskiste zu wühlen – einem das Herz herausgerissen wurde, sind zwar jedem mehr oder weniger bekannt, dennoch kann man diesbezüglich als Musiker schnell ins wahlweise jämmerlich Selbstgefällige oder nervtötend Belehrende abrutschen. Die Übergänge sind fließend. Der Wahl-Wiener Bernhard Eder verarbeitet mit Post Breakup Coffee nicht nur eine gescheiterte Liebe, er verlässt zudem seinen Heimathafen als Singer/Songwriter. Wenn man den langen Weg des Neuanfangs schon einschlägt, dann richtig, mag er sich gedacht haben. Eine Gratwanderung auf den Gipfeln der Melancholie hin zur Gesundung.

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Plattencheck: Lasse Matthiessen – Dead Man Waltz

Bittersüße Symphonien für Alltagsträumer:
Das putzige Dänemark, welches von jeher den Übergang Mitteleuropas zu Skandinavien bereitet, ist für so manches bekannt: die kleine Meerjungfrau, radfahrerfreundliche Urlaubsgebiete, wilde Karikaturenstreitereien, Lars von Trier und den legendären EM-Sieg 1992. Aber auch in Sachen Musik hat dieses kleine Land einiges zu bieten. Man denke zu aller erst an Aquas „Barbie Girl“ (na, Ohrwurm im Kopf?!), Volbeat, The Raveonettes, Trentemoeller, Laid Back (für die Älteren), Gitte Haennig (für die ganz Alten) oder die Tiger Tunes. Da fragt man sich doch schlagartig: wo bleiben die Singer- und Songwriter, wo doch gerade Dänemark ebenso viel Gitarre-und-Strand-Feeling zu bieten hat wie Hawaii, nur mit schlechterem Klima, was zumindest der Melancholie zuträglich sein sollte? Die Antwort auf diese Frage, man ahnt es bereits, wird kommende Woche im deutschsprachigen Raum veröffentlicht. Das Album nennt sich „Dead Man Waltz“, der Interpret Lasse Matthiessen. Weiterlesen