Die-Absolut-Ultimative-Bernhard-Eder-Groupie-VS-Kritiker-Experience

Eine Real-Utopie in zwei Akten! (Noch Besser Leben // Leipzig // 13.04.13)

Der Groupie (also known as Fan in liebestoller Mission)

Wenn Bernhard Eder live musiziert, handelt es sich nicht um ein Konzert. Wer das behauptet, macht sich astreiner Blasphemie der untersten Schublade schuldig. Betritt Eder die Bühnen dieser Welt, begleitet von ständig wechselnden, dem Stande der Musiker alle Ehre machenden Künstlern, wähnt man sich in einem von gleißendem Licht erhellten Strudel aus fragil gewebten Tonteppichen, meisterhafter Poesie und immerwährender Liebe. Der Adonis aus Geboltskirchen versteht es wie kein Zweiter sein Publikum in die höchsten Höhen zu treiben, was nicht selten Ausmaße annimmt, die einer euphorischen Symphonie aus Woodstockexzess und Tantra-Meditation gleicht. Wo auch immer dieser messiasgleiche Vollblutakteur sein Können den Heerscharen von begeisterten Menschen feil bietet und ihm junge Mütter ihre Erstgeborenen zur Segnung hinreichen, hinterlässt Bernhard Eder das wohlige Gefühl dem Wahrhaftigen begegnet zu sein. Hatten die Beatles immerhin das Glück die maßlose Aufmerksamkeit der quasi gesamten weiblichen Weltbevölkerung auf vier Mitglieder aufzuteilen, so fokussiert diese singende Kostbarkeit alle Andacht auf sich. Doch der Österreicher bleibt authentisch, volksnah, er selbst.
An diesem denkwürdigen Abend hatte das Noch Besser Leben in Leipzig, bekannt für seine exquisiten Veranstaltungen, zum Happening geladen. Es ist das übliche Bild. Die Jünger des von Presse und anderem Gesocks als Singer-Songwriter etikettierten Multiinstrumentalisten nicken sich beim Eintreten wissend und milde lächelnd zu, Neulinge werden behutsam auf das was kommen wird vorbereitet und mit dem Satz „Wir sehen uns auf der anderen Seite“ ihrem Schicksal überlassen.
Weiterlesen

Lauschangriff: April 2013

Die Frühjahrskonzertplanung neigt sich gemächlich dem Ende zu, man bereitet sich seelisch, moralisch und vor allem monetär auf die Festivals des Sommers vor und ab und an blinzelt vereinzelt sogar die Sonne hervor. Das geht doch alles deutlich schlechter, weshalb wir uns ohne weitere Worte zu verschwenden den schönen Seiten des Lebens widmen. Also ein hummelflugähnlicher Trommelwirbel für den Lauschangriff „April“:

IMG_4060b

…italienische Sonnenstrahlen gibt’s gratis dazu.

Weiterlesen

Plattencheck: Bernhard Eder – Post Breakup Coffee

Die Herzschmerz-Oktalogie

Konzeptalben zum Thema Trennung sind so eine Sache. Die inneren Befindlichkeiten kurz nach dem – um mal in den Tiefen der metaphorischen Pathoskiste zu wühlen – einem das Herz herausgerissen wurde, sind zwar jedem mehr oder weniger bekannt, dennoch kann man diesbezüglich als Musiker schnell ins wahlweise jämmerlich Selbstgefällige oder nervtötend Belehrende abrutschen. Die Übergänge sind fließend. Der Wahl-Wiener Bernhard Eder verarbeitet mit Post Breakup Coffee nicht nur eine gescheiterte Liebe, er verlässt zudem seinen Heimathafen als Singer/Songwriter. Wenn man den langen Weg des Neuanfangs schon einschlägt, dann richtig, mag er sich gedacht haben. Eine Gratwanderung auf den Gipfeln der Melancholie hin zur Gesundung.

2012-08-06_BernhardEder_PostBreakupCoffee.indd Weiterlesen