Plattencheck: Kitty Solaris – We Stop The Dance

Kitty Solaris ist das personifizierte Ein-Frau-Imperium der Berliner Musik-Subkultur. Klingt hochgegriffen? Vielleicht. Doch als Labelchefin (Solaris Empire), Veranstalterin einer Konzertreihe im Schokoladen Mitte und musikschaffende Künstlerin, die in Eigenregie schon vor vielen Jahren aus der Not, die die Branche so mit sich bringt, eine selbstausbeuterische Tugend gemacht hat, muss sie sich mit dem Prädikat schmücken lassen. Mit We Stop The Dance, ihrem bereits vierten Album, verweigert sie sich nicht nur ihrer Singer-Songwriter lastigen Vergangenheit, sie holt zum Generalschlag aus und schafft etwas, dass man hierzulande nur selten findet: dunkelbunten, englischsprachigen Pop mit Haltung und dem nötigen Gespür für Ironie.

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Plattencheck: Bernhard Eder – Post Breakup Coffee

Die Herzschmerz-Oktalogie

Konzeptalben zum Thema Trennung sind so eine Sache. Die inneren Befindlichkeiten kurz nach dem – um mal in den Tiefen der metaphorischen Pathoskiste zu wühlen – einem das Herz herausgerissen wurde, sind zwar jedem mehr oder weniger bekannt, dennoch kann man diesbezüglich als Musiker schnell ins wahlweise jämmerlich Selbstgefällige oder nervtötend Belehrende abrutschen. Die Übergänge sind fließend. Der Wahl-Wiener Bernhard Eder verarbeitet mit Post Breakup Coffee nicht nur eine gescheiterte Liebe, er verlässt zudem seinen Heimathafen als Singer/Songwriter. Wenn man den langen Weg des Neuanfangs schon einschlägt, dann richtig, mag er sich gedacht haben. Eine Gratwanderung auf den Gipfeln der Melancholie hin zur Gesundung.

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Plattencheck: Petula – Don’t Forget Me, Petula! Don’t Forget Everything, Petula!

It’s all action, drama, beauty – it’s all well buried under layers’n’layers of microsound.

Petula, dass Ein-Mann-Band-Projekt um Sebastian Cleemann, veröffentlichte bereits im Januar ihr/sein zweites Album Don’t Forget Me, Petula! Don’t Forget Everything, Petula. Es legt Schicht für Schicht eine Eigeninterpretation des Zweifelns und Vergessens frei, die weder kitschig noch trostlos düster wirkt, aber charmant von Einem berichtet, der sich all den Facetten des Grübelns mit Hingabe widmet. Wir sind zwar etwas spät dran, aber es wäre im Sinne eines total trendigen Musikblogs absolut suizidal dieses Electronica-Folk-Meisterwerk nicht zu besprechen.

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Plattencheck: Ian Fisher & The Present – Ian Fisher & The Present

Musik ist dann perfekt, wenn man an den Lyrics keine Silbe ändern möchte, dass Instrumentelle unendlich mehr hergibt als nur die Summe der einzelnen Teile und eine Stimme dich derart bearbeitet, dass am Ende im besten Fall nicht mehr von dir übrig bleibt, als ein seliges Lächeln. Ian Fisher macht solche Musik und veröffentlicht am 14. März (digital bereits am 01.März) zusammen mit Ryan Thomas Carpenter aka The Present ein meisterhaftes Album, welches nicht einfach nur gekauft und gehört, sondern vor allem verstanden werden sollte. 

© by Jarred Gastreich / Anna Kohlweis

© by Jarred Gastreich / Anna Kohlweis

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Plattencheck: Wunderbare Katze – Gold On The Pavement

ArtPopIndependent! Ein Genrename wie gemalt! Das ist doch mal ein Einstieg für eine Rezension, denkt sich die Autorin so. Aha, fragt der Leser, aber was soll das sein? Kino fürs Ohr, sagen die Menschen die sich hinter Wunderbare Katze verbergen. Das kann man schöner eigentlich nicht ausdrücken, im Sinne eines Plattenchecks starten wir dennoch den Versuch, dieses feine Werk in eigene Worte zu packen.

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Plattencheck: Sex Jams – Trouble, Honey

Fuzzy! Dizzy! Sexy!

Liebe Leserinnen und Leser,
wir haben uns heute hier versammelt um vor den Augen des allmächtigen Internets zwei Dinge auf ewig zu vereinen. Das zweite Werk der Sex Jams und der Autorin liebste Frühjahrsplatte. Auf dieser deckungsgleichen Übereinkunft namens Trouble, Honey  (VÖ 01.03.13) schreit und wuchtet einen die monströse Mischung aus dem was Blondie zu ihren besten Zeiten waren, Pavement hätten bleiben sollen und an Dinosaur Jr immer noch fasziniert, senkrecht Richtung Frühling.

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Plattencheck: Patrick McCranc – Royal Canaries

EuropeanRichKids auf majestätischer Musikmission

Es ist schwierig zu beantworten, was Patrick McCranc und seine adeligen Vögel eigentlich wollen. Auf diesem Album schwingt so viel Musikgeschichte mit, tanzen sich so viele Musikeinflüsse und Instrumente in den Gehörgang, dass sich die Frage nach dem Hintersinn unwillkürlich aufdrängt. Vorallem wenn das Stigmata des „BritRock“  als Damoklesschwert über allem schwebt. Eine kurze Review über ein selbstverliebtes Schlitzohr und seine musikalischen Auswüchse, verfasst von einer kopfschüttelnd begeisterten Autorin, die ausnahmsweise das Wort „geil“ in ihren Text einfließen lässt.

Royal Canaries Cover

Royal Canaries Cover

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