Plattencheck: Wunderbare Katze – Gold On The Pavement

ArtPopIndependent! Ein Genrename wie gemalt! Das ist doch mal ein Einstieg für eine Rezension, denkt sich die Autorin so. Aha, fragt der Leser, aber was soll das sein? Kino fürs Ohr, sagen die Menschen die sich hinter Wunderbare Katze verbergen. Das kann man schöner eigentlich nicht ausdrücken, im Sinne eines Plattenchecks starten wir dennoch den Versuch, dieses feine Werk in eigene Worte zu packen.

Der Reihe nach. Wunderbare Katze – dass sind Gudrun Mohacsi (Voc), Maiki Mai (Gitarren, Electronics) und von Zeit zu Zeit auch Jörg Bielfeldt (Drums, Percussion, Bass) sowie Sebastian Fuchs (Beatbox) – stehen für Popmusik, die nach moderner Kunst klingt, selbstbestimmt und künstlerisch frei. „Pop für Erwachsene“, wie sie es nennen. Aber sicher nicht für Jedermann, denn mit seichtem Radiopop für 0815-Ohren haben die dreizehn Songs des aktuellen Albums Gold On The Pavement wahrlich nichts zu tun. Experimentell, zu Weilen verrückt, spielerisch instrumentiert, ein Auf und Ab der Gefühle – Popherz was willst du mehr?!? Zum Beispiel verzerrte Gitarren und den Einsatz einer Oud? Findet man ebenfalls und obendrauf noch außergewöhnlich starke Texte, von der ersten bis zur letzten Silbe. Ich könnte ohne Weiteres die gesamte Review mit Songzitaten füllen, beschränke mich aber auf meinen Favoriten Skip The Rope.

Skip the rope and I’ll drop you a line
And I’ll make you believe
That you’re just about fine
……
This is my offer so be trustful this is my hand,
So reach out and grab it,
If you jump in the rope you’re back in the game

— Skip The Rope —

Das schon erwähnte Auf und Ab der Empfindlichkeiten wird nicht einfach nur von der musikalischen Bandbreite getragen, es ist Gudruns Stimme, welche sich, gern auch mal mit Effekten verzerrt, nicht nur gekonnt durch die Lyrik sondern auch ins musikalische Stammhirn der Hörer schlängelt. Kino für die Ohren! Und wären diese Melodien ein Film, dann ein herrlich bunt-verrückter art house movie, der alles bietet was unterhält: die sich zum Vamp wandelnde Maus, die Schönheit und Traurigkeit der Liebe, Schlägereien, einprägsame Dialoge, ein klein wenig Politik und viele schöne Bilder.

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„Sodelay“ – Eine originelle Abwechslung im CD-Regal – Gold On The Pavement überrascht mit Klapptechnik und Schwänglisch (Schwäbisch/Englisch)

Fazit: Durchweg empfehlenswerter Nischenpop und entgegen der Ankündigung gibt’s doch noch ein Zitat, welches alles klärt: „No painter knows colours sparkling as ours.“ (aus Rubber Band)

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