„Hallo, liebe Lemonen“ oder Ein Doppelkonzerttag mit Benni und Bruno

Das nächste Lied heißt „Hallo, liebe D-ämonen“.
Ich betone das D, weil ich aus Bayrisch-Schwaben komme. Aus AugSCHburg. Die Leute verstehen oft
„Hallo, liebe Lemonen“
– Der Herr Polaris –

Die Autorin gilt als die Zuverlässigkeit in Person, wenn es um das Finden von Superlativen geht, möchte an dieser Stelle aber schon jetzt deutlich untermauern, dass es schwierig wird den Doppelkonzerttag mit Benni Benson und Der Herr Polaris in Worte zu fassen. Deshalb sollen Bilder heute ihre Sprache sein.

15 Uhr 30, mitteleuropäischer Ortszeit. Die Stadt Leipzig scheint jegliche Farben verloren zu haben, so schrecklich grau präsentiert sich das erste Febraurwochenende – noch.
Das Musikhaus Kietz wehrt sich im Inneren mit allem was die Farbpalette hergibt gegen aufkommende Tristesse. Der Flatscreen wirft bunte Bilder in den Raum, die ausrangierten Deko-Platten an der Decke blicken schützend auf die Besucher herab, das Vinyl in den Kisten lädt zum stöbern ein, der Kaffee schmeckt – so stellt man sich Oasen vor.

Dieses Kleinod der Musikliebhaberei erfährt an diesem Nachmittag, dass es kaum mehr bedarf als „Gitarre und Stimme“ um den Frühling ins Gesicht der Zuhörer zu zaubern. Die beiden Augsburger unterstützten sich gegenseitig bei ihren Stücken, welche vor allem den Veröffentlichungen Für Etwas Wirklich Brennen sowie Drehen Und Wenden entnommen wurden. Ohne große Worte: zwei starke Stimmen, die sich perfekt ergänzen, wunderbare Texte und Melodien die ins Ohr gehen – Herz, was willst du mehr?!? Viel Humor, gute Laune und der dann noch spendierte Wein machten das kurze Zwischenspiel im Plattenladen zur vollkommenen Nachmittagsgestaltung.
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The VIP-Experience

The VIP-Experience

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Merch Merch Merch und Nervenfutter

+++Szenenwechsel+++

Das Kaffee Schwarz, im – nennen wir es mal – noch recht mietgünstigen Stadtteil Lindenau gelegen, darf gut und gerne als Leipziger Geheimtipp gewertet werden. In rumpeliger, aber durchweg liebenswerter Atmosphäre, werden die Besucher nicht nur kulinarisch verwöhnt. Besitzer Ray weiß auch musikalisch zu verköstigen, bspw. beim allwöchtenlichen Jazzabend (immer Mittwochs). Das schafft ein neugieriges Stammpublikum, fernab der Sehen-und-gesehen-werden-Szene. Und so findet sich eine doch nennenswerte Menschentraube ein um den beiden Singer/Songwritern ihre Aufmerksamkeit zu schenken.

Dass auf Tiefe angelegte Liedermachergut verliert auch im Solo-Gewand kein bisschen an Wirkungskraft. Zwar begleiten sich die beiden erneut bei einigen Stücken, jedoch lässt der Abend viel Gelegenheit die Individualität der Musik und Interpreten zu entfalten. Es ist alles andere als simpel die durchdachten und vor allem durchlebten Inhalte zu beschreiben. Zugegeben, euphorische Lebensfreude klingt natürlich anders, aber dennoch – es bleibt stets etwas Positives hängen. Dunkelschwarzer Optimismus, was für ein Genre!
Es wird geklopft, gezupft, geloopt und am Schluss sogar exklusiv getrommelt. Die durch und durch lässigen Herren erlegen ihr Publikum nicht nur musikalisch, auch das grundsympathische und die charmante Art machen aus einem kalten Februarabend das, was gemeinhin wohl als Balsam für die Seele bezeichnet wird.

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Gegen – grobgeschätzt – ziemlich:spät, wird dann auch dem Letzten, der sich der sternklaren und eiskalten Nacht ausliefern muss, klar, dass es stimmt, was man so sagt: Musik ist die wärmste Jacke.

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