Plattencheck: Sex Jams – Trouble, Honey

Fuzzy! Dizzy! Sexy!

Liebe Leserinnen und Leser,
wir haben uns heute hier versammelt um vor den Augen des allmächtigen Internets zwei Dinge auf ewig zu vereinen. Das zweite Werk der Sex Jams und der Autorin liebste Frühjahrsplatte. Auf dieser deckungsgleichen Übereinkunft namens Trouble, Honey  (VÖ 01.03.13) schreit und wuchtet einen die monströse Mischung aus dem was Blondie zu ihren besten Zeiten waren, Pavement hätten bleiben sollen und an Dinosaur Jr immer noch fasziniert, senkrecht Richtung Frühling.

sexjams_cover


Ein Sex Jam ist eine ziemlich feine Sache. Es handelt sich dabei, sehr frei übersetzt, um einen Song, welcher geschlechtsreife Menschen so allumfassend in Wallung versetzt, dass sexuelle Handlungen unausweichlich sind. Quasi das amuse gueule für paarungslüsterne Audiophile und für sich genommen ein Name, der große Erwartungen schürt. Passenderweise sieht die Fünfer-Besetzung aus wie jene Menschen, mit denen man als Kind nicht spielen wollte, heute aber unbedingt im Bekanntenkreis haben möchte.

 

Fest verwurzelt, irgendwo zwischen anrüchig und durchtrieben, lacht, schreit, stöhnt und haucht die Sängerin, wie einst die Sirenen der griechischen Mythologie, ihren wehrlosen Zuhörern die elf Tracks der Platte derart gekonnt ins Ohr, dass sich alles unter der Überschrift „Ekstatisch“ subsumieren lässt. Was bei den Auf-Die-Zwölf-Nummern schon hervorragend funktioniert, bei entspannteren Stücken, wie Just Kids, aber erst die volle Breitseite Sex Jam aufkommen lässt. Und bevor jetzt jemand Sirenen googlen muss, geben wir, etwas unoriginell, musikalische Beispiele wie Sonic Youth, Debbie Harry oder PJ Harvy an die Hand. Wohldosiert verzerrte Gitarren, das peitschende Schlagzeug und die generelle (90s)-Lo-Fi-Attitüde tun ihr Übriges um Trouble, Honey zum besten Album des Frühjahrs, ach Schwachsinn, vermutlich des ganzen Jahres werden zu lassen. So gekonnt lässig, rotzig und schlichtweg cool hat selten jemand den Fluch der zweiten Platte pulverisiert.

SexJams02
Während die Redaktion sich noch prügelt, ob nun Deice oder Science Is A Shape das beste Lied der Platte ist (oder doch Bounding Into Distance?), einigen wir uns in aller Ruhe erstmal darauf, dass Trouble, Honey in jede Musiksammlung gehört und Freunde gepflegt exzessiver Konzerthighlights sich die Sex Jams in diesem Jahr auf keinen Fall entgehen lassen sollten. Wer danach nicht aufgeheizt und paarungswillig ist, der hört Kuschelrock zum Liebesspiel!

 

Fazit: Die Sex Jams machen unseren trist-grauen Alltag ein bisschen besser, bunter, verrückter und sind die einzigen Helden seit Trainspotting, die man – mit einem gewissen Sicherheitsabstand – gerne dabei beobachtet, wie sie sich selbst ausleben.
Honey/Jam/Trouble/Sex – die beste Liason des Frühlings mit Hoffnung auf mehr, mehr, mehr. Ganz sicher kein Sexit-And-Exit-Album!

Auf Tour:

2013-04-25 GER – Berlin, Schokoladen (+ Mile Me Deaf)
2013-04-26 GER – Berlin, Magnet – Karrera Klub
2013-04-30 GER – Dresden, Ost-Pol (+ Mile Me Deaf)
2013-05-02 GER – Hamburg, Molotow (+ Mile Me Deaf)
2013-05-03 GER – Trier, ExHaus (+ Solids)
2013-05-04 GER – Netzschkau (bei Zwickau), Borwaerk
2013-05-23 GER – Ilmenau, Baracke 5
2013-06-04 GER – Bonn, Bla-Bonn
2013-06-05 GER – Frankfurt, Elfer
2013-06-06 GER – Oberhausen, Druckluft (+ Mile Me Deaf)
2013-06-07 GER – Nürnberg, Zentralcafé im K4
2013-06-08 GER – Darmstadt, Oetinger Villa
2013-06-09 GER – Jena, Café Wagner
2013-06-14 GER – München, Cafe Marat

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Ein Gedanke zu „Plattencheck: Sex Jams – Trouble, Honey

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