Of Monsters And Men – Luxor, Köln – 27. April 2012

„And for a while things were cold,
They were scared down in their holes.
The forest that once was green
Was colored black by those killing machines.“
(Of Monsters And Men – Dirty Paws)

Ich wusste bereits im letzten Jahr, als ich immer und immer wieder wie euphorisiert „Little Talks“ hörte (Plattencheck), dass ich DIESE Band schnellstmöglich live erleben möchte. Ohne zu wissen, dass sie einige Monate später als neueste musikalische Sensation gelten, in allen Radiostationen rauf und runter gespielt werden und sogar im „Morgenmagazin“ des ZDF auftreten sollten.

Ich bin zwar spät dran, möchte Euch aber dennoch nicht vorenthalten welch schönes Konzert mir die Isländer im ehemaligen Prime Club (jetzt Luxor) in Köln beschert haben. Ein großer Dank gilt vor allem Jörg und Vanessa, die mir das Ticket zum Geburtstag schenkten. :-*

Zugegebenermaßen ist das Luxor eine hübsche Location, aber trotzdem nicht mein Favorit. Zumal der Platz sehr begrenzt ist und es bei meinen bisherigen Konzertbesuchen dort immer viel zu voll war. Das sollte auch an diesem Abend so sein. Und ZU voll bedeutet im Luxor schätzungsweise zwischen 450 und 500 Besucher. Aber als Konzertliebhaber nimmt man Achseln in Gesichtshöhe (und dabei ist man eigentlich der Meinung, dass man groß genug ist…), Schweiss und andere gute oder weniger gute „Gerüche“ natürlich gerne in Kauf. 🙂

Das Konzert startet mit der jungen Sängerin Elle King, die nur mit einer Akustik-Gitarre bewaffnet und auf einem Hocker sitzend irgendwie nach Janis Joplin klingt. Bluesig mit Country-Einfluss und ein wenig rotzig. Auf ihrer Facebook-Seite ist nachzulesen, dass Wanda Jackson ihr Vorbild ist. Das kann ich nach Hören dieser Dame auf YouTube nur bestätigen. Mir gefällt sie, ihr Album würde ich kaufen. Aber wohl als Schallplatte, denn eine CD würde dieser Musik nicht gerecht werden. Ich bin zufrieden und habe den Eindruck, dass es beim restlichen Publikum nicht anders ist.

Als Of Monsters And Men anschliessend die Bühne betreten und „Dirty Paws“ anstimmen ist es schnell um mich geschehen. Was insbesondere an den Stimmen von Sänger Ragnar Þórhallsson und Sängerin (und Bandgründerin!) Nanna Bryndís Hilmarsdóttir liegt, die so sagenhaft miteinander harmonieren. Dazu spielen sie akustische Gitarren und werden von vier weiteren Musikern mit E-Gitarre, Schlagzeug, Klavier, Akkordeon, Bass und Trompete unterstützt. Besonders hübsch ist die Deko der Band. Die Bühne ist ausschliesslich mit Lichterketten geschmückt und erzeugt so eine warme und gemütliche Atmosphäre.
Nach „From Finner“ und „Slow And Steady“ kann bei „Mountain Sounds“ zum ersten Mal getanzt werden – ein wunderbar eingängiger Titel. Beim The Cure-Cover „Close To Me“ und der eigenen Ballade „Love Love Love“ wird es erstaunlich ruhig im Raum und wir geniessen einfach nur Gesang und Musik. Denn das haben Of Monsters And Men drauf: Melodien, die nicht mehr aus dem Kopf gehen, die man immer wieder sofort nach dem Aufwachen summen möchte. Auch wenn man sie Tage nicht gehört hat. So geschehen. 😉

Die sympathischen Isländer, die zuweilen ziemlich schüchtern wirken, spielen nun den großen Song „King And Lionheart“, den einige im Publikum leise mitsingen. Was aber kein Vergleich zum darauffolgenden „Little Talks“ ist. Die Musiker um Nanna und Ragnar müssen verwundert lächeln und scheinen erstaunt. Das Luxor tanzt und singt jedes Wort mit und in diesem Moment möchte ich, dass nocheinmal alles von vorne gespielt wird. Aber leider gibt es keine Zugabe und so ist das Konzert nach dem finalen „Six Weeks“ nach etwa einer Stunde vorbei.

Ich bin mir sehr sicher, dass Of Monsters And Men wiederkommen werden. Nächstes Jahr. Und im übernächsten Jahr bestimmt mit einem neuen Album. 🙂

(Leider mal wieder ohne Fotos, ändert sich, versprochen! 🙂 )

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3 Gedanken zu „Of Monsters And Men – Luxor, Köln – 27. April 2012

  1. Dass OMAM wiederkommen werden, dürfte relativ klar sein. Frage ist nur, wo spielen sie dann? Live Music Hall oder schon E-Werk? Bei dem Hype, der da momentan im Gange ist, kann einem ja ganz schwindelig werden. Mir stellen sich dann ja katzengleich immer die Nackenhaare auf, und ich mache unwillkürlich einen Buckel. 1Live, VIVA, Morgenmagazin? Bäähh, weg da, das ist unsere Band, die Band von jenen wenigen Eingeweihten (die in Wahrheit so viel zahlreicher sind, als ich mir immer vormache) und nicht die Band von ALLEN. Jaja, kindische Reaktion, ich war mit 16 Jahren noch fest davon überzeugt, dass sich das im Alter legt. So kann man sich täuschen 😉

  2. Keine kindische Reaktion – so ticke ich wohl auch. 😉 Andererseits muss man sich wohl auch für diese tollen, netten Bands freuen, wenn sie erfolgreich werden und mit ihrer Arbeit Geld verdienen können. Sonst wären sie vermutlich schneller wieder weg als sie gekommen sind. Ich hoffe dennoch, dass sie nicht „verheizt“ werden. Bei VIVA waren sie auch schon? Das wiederum ist ein Jammer…

  3. Ärgern wir uns nicht, dass andere sie jetzt auch rauf und runter hören, sondern freuen wir uns lieber, dass der gute Musikgeschmack anscheinend noch nicht ganz verloren ist. Was bringt uns ein elitäres Anspruchsrecht auf gute Musik, wenn wir dadurch keine neue Musik solch phantastischer Bands finanzieren können? Ich persönlich habe die CD als Hardcopy im Regal und sehe mich daher schon als winzige Finanzspritze für ihre kommende Musik. Sachen die gut verkauft werden bleiben nämlich meistens länger im Geschäft. Leider gilt das auch für schlechte Musik… In diesem Sinne: Ein großes Dankeschön an Jella, die mich zum Glück schon vor dem Hype für die Band begeistern konnte. 🙂

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