Thees Uhlmann – zakk-Halle, Düsseldorf – 21. März 2012

Wie gut, dass ich von einem sehr tollen Menschen schon zu Weihnachten mein Thees Uhlmann-Ticket bekam. Denn, und ich nehme an, dass es eine sehr kluge Vorahnung war, dieses Konzert sollte recht schnell ausverkauft sein. Kein Wunder, denn Thees wird momentan ja schon so’n bisschen gehypt. Und auf Hypes stehe ich eigentlich nicht. Aber es ist THEES UHLMANN! Und genau dieser Thees Uhlmann ist Sänger der Hamburger Band Tomte und genau diese liebe ich seit vielen Jahren. Von daher ist es mir eine Ehre dieses Konzert zu besuchen. Noch dazu im Zakk. Ein guter Ort für Veranstaltungen dieser Größenordnung. Angenehme Location mit leider viel zu teurem Alt(bier?^^), aber zurück zum Konzert… 🙂

Support sind die Kilians, worüber ich mich im Vorfeld schon sehr freue. Ich sah die Kilians vor etwa sechs Jahren auf dem Haldern Pop. Damals spielten sie auf dem Campingplatz auf dem Dach eines Kleinbusses und zeigten trotz ihres sehr jungen Alters, dass sie stimmlich und musikalisch einiges zu bieten hatten. Und das hat sich bis heute definitiv nicht geändert.
Das Düsseldorfer Publikum scheint das allerdings nicht zu honorieren. Schade.

Thees und seine Band lösen die Dinslakener Jungs nach deren gelungenen Auftritt auf der Bühne ab. Gestartet wird mit („Thees-Kenner“ wissen was jetzt kommt) nicht vielleicht mit einem Song, nein, er beginnt mit einer (wahren?) Anekdote aus seinem Leben, um das Publikum auf „Lat: 53.7 Lon: 9.11667“ einzustimmen. Nämlich wie es sich anfühlt in einer Metal-Phase eine Vokuhila verpasst zu bekommen. Passender Kommentar seinerseits: „Business in the front, party in the back“. 🙂 Ein Tomte bzw. ein Thees-Konzert ist viel mehr als nur das, der Typ ist einfach ein begnadeter Geschichtenerzähler. Meistens einfach wirr, aber immer so, dass ich für meinen Teil übertrieben lange zuhören würde. Von daher hat er mich von Anfang an, wobei ich mich zu diesem Zeitpunkt immer noch frage, was all die Mittvierziger in der Halle zu suchen haben. Zumindest stehen (leider) in meiner unmittelbaren Nähe einige davon. Laute Proleten steigern mein Aggressionspotential gerade auf Konzerten ins beinahe Unermessliche. Kneipen gibt es doch in Düsseldorf genug…


Der zweite Titel des Konzerts ist „Zum Laichen und Sterben ziehen die Lachse den Fluss hinauf“. Gefolgt von „Das Mädchen von Kasse 2“, was er allen „vertriebenen“ Damen der Drogeriekette  Schlecker widmet. Ich stelle fest, dass die Songs live noch viel besser und schrammeliger klingen als es auf dem Album der Fall ist. Indie-Rock werden es die Schubladenmenschen nennen (und ja, zu denen gehöre ich zeitweise auch!). Düsseldorfer Lokalpatrioten freuen sich nun über das „Liebeslied“ der Toten Hosen, ich aber freue mich als es endlich mit Thees-Songs weitergeht: „Die Nacht war kurz und ich stehe früh auf“, „& Jay-Z singt uns ein Lied“, „Paris im Herbst“ und mein persönlicher Höhepunkt „17 Worte“. Auch „Sommer in der Stadt“ wird durch eine kleine Geschichte eingeleitet und zwischendurch scheint er wirklich überwältigt von der Begeisterung und der Textsicherheit seines Publikums zu sein.

Natürlich fordert dieses eine Zugabe, die es auch gibt und zwar in Form von einer erneuten Darbietung von „Zum Laichen und Sterben ziehen die Lachse den Fluss hinauf“. Mit den Worten, er habe doch nur ein Soloalbum aufgenommen und daher nicht mehr Songs in petto, beschliesst er das Konzert.

Das war schön. Aber wie geht die Geschichte weiter?
Prinzipiell bin ich für eine Zukunft mit Tomte, gar keine Frage. Doch was Thees Uhlmann mit seiner grandiosen Band als Solokünstler leistet ist beachtlich und ich ehrlich geflasht von einem wunderbar sympathisch-erfrischenden Musiker.

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2 Gedanken zu „Thees Uhlmann – zakk-Halle, Düsseldorf – 21. März 2012

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