Blogvorstellung – Ein Interview mit „Lybe – Eine Liebe zur Musik. Punkt.“

Doro und Jasmin hat das gleiche Fieber gepackt wie uns: Sie lieben Musik und schreiben darüber. Aus genau diesem Grund sind wir zunächst auf Facebook aufeinander aufmerksam geworden und verfolgen seither den Blog der jeweils anderen. In Form eines kleinen Interviews haben wir nun die beiden Mädels von „Lybe – Eine Liebe zur Musik. Punkt.“ besser kennenlernen dürfen (auf ihrem Blog findet Ihr ab heute übrigens unseren beantworteten Fragebogen 🙂 ) und finden, dass das niemandem vorenthalten werden sollte.
Denn wie schön ist es zu erfahren, für welche Musiker und Songs andere brennen und vor allem warum? Und aus welchem Grund ein Musikblog gegründet wird. Wir finden es spannend. Und hoffen Ihr auch.
Viel Spass! 🙂

1) Kanntet Ihr Euch vor Entstehung des Blogs schon so gut, dass Ihr die musikalischen Vorlieben des jeweils anderen bereits kanntet?

Doro: Das kann man wohl so sagen. Wir haben uns schließlich so kennen gelernt, dass Jasmin eine Tomte-Gruppe bei StudiVZ gegründet hat (wegweisend hieß diese „Tomte = L.Y.B.E.“) und ich dort als eine der ersten eingetreten bin. Ich hatte zu der Zeit ein Profilbild, wo man im Hintergrund mein Tomte Poster sah. Unsere Profilseiten zeigten gleiche oder ähnliche Gruppen, dass wir uns schon daher sympathisch waren und so fing es an, dass wir uns Nachrichten schrieben. Kennenlernen 2.0.

2) Wie und warum kam es zur Gründung des Blogs?

Doro: Vor 4 Jahren haben wir uns über StudiVZ kennengelernt. Es hat aber 2 Jahre gedauert, bis wir uns dann auch persönlich kennenlernten. Natürlich in Hamburg. Wir haben schon fast von Anfang an auch darüber gesprochen, wie gerne wir über Musik, über die Liebe zu dieser, schreiben würden. Wir haben vor LYBE schon bei anderen Magazinen/Blogs geschrieben, haben da aber gemerkt, dass wir eingeschränkt werden, Themen nicht durchsetzen können, das Platzmangel herrscht und wir einfach in diesen Medien nicht so schreiben können, wie wir es wollten. An einem dieser Tage, an dem wir uns aufgeregt haben, stellte dann Jasmin die entscheidende Frage: „Doro, wollen wir nicht einfach einen eigenen Blog gründen?“ And the story begins…

3) Warum der Name?

Doro: Es war irgendwie klar, dass der Name was mit Tomte zu tun haben sollte. Es war und ist schließlich unsere gemeinsame Herzensband. Und ich glaube, dass das „LYBE – Eine Liebe zur Musik“ auch unsere erste Idee war. Das ist eine Zeile aus Tomtes „Wilhelm, das war nichts“: ‚Eine Liebe zur Musik, eine Liebe zu den Tönen. LYBE.‘
Ich erinnere mich, dass ich zu der Zeit des Bloggründens in Hamburg bei ihr zu Besuch war und unser Running-Gag in diesen Tagen war, am Ende eines Satzes immer laut „Punkt“ zu sagen. Eine Sache, die bei Jasmins Interview mit Petula entstanden ist: Damit Jasmin immer wusste, wann seine Antwort zu Ende war, sagte er zum Schluss „Punkt“. Wir fanden das so großartig, dass wir es selber benutzten.
Als es dann an die Namensfindung ging, verschmolz beides zusammen und so hatten wir „LYBE – Eine Liebe zur Musik. Punkt.“ Es drückt nicht nur die Liebe zu Tomte aus, sondern auch, dass es einfach nicht mehr braucht, als die Liebe allgemein zur Musik. Unterstrichen und postuliert mit dem Petula‘ischen Punkt. Punkt.

4) Wann begann Musik eine Rolle in Deinem Leben zu spielen?

Doro: Das fing sehr früh an, als ich mit 4 Jahren in den Kinderchor meiner Gemeinde kam. Da merkte ich, wie glücklich einen Musik machen kann, wenn man sie hört, mitmacht und in Gemeinschaft bereichert. Dann kam die obligatorische Blockflöte, danach Klavier und zurzeit viel übend die Gitarre. Und gesungen wird immer noch und vor allem oder gerade da auf vollstem Hals auf Konzerten. Absolute Pflicht! Außer auf den leisen. Da sollte man dann doch die meiste Zeit die Schnauze halten.
Und sowieso und immer gab es einfach Musik. Wo immer sie auch her kam, sie war einfach da.

Jasmin: Wenn ich mal so darüber nachdenke, hat es bei mir erst sehr spät KLICK gemacht. Ich habe zum Beispiel nie ein Instrument gelernt, was ich im Nachhinein doch sehr schade finde. Ich weiß, dass mein allererstes Konzert, bei dem ich war, eines von der Kelly Family war. Aber da war ich höchstens 11 Jahre alt. Wenn überhaupt. Irgendwie hat man immer Musik gehört, klar. Aber so richtig bewusst? So richtig fing das erst 2002 an. Mit Die Ärzte. Meine erste große Liebe (nach den Backstreet Boys & co.!). Irgendwann stießen dann Musiker vom Grand Hotel van Cleef dazu. Es wurden pro Jahr immer mehr Konzerte, die ich besuchte. Ob in Berlin, Regensburg, Leer oder Augsburg. Ich war und bin noch immer mit der Musik infiziert.

5) Welches Genre magst Du am liebsten?

Doro: Sich da festzulegen ist schwierig. Zurzeit höre ich natürlich viel aus dem Indie, Alternativ, Rock-Pop-Bereich. Ich mag aber auch Punk, sogar ab und zu Hardcore. Manchmal aber auch Swing oder Musical. Und alles andere, was sich kreuzt. Vielleicht finde ich auch Jazz mal gut. Hauptsache ich habe einen Zugang zu einem Lied und es gefällt mir, dann ist mir ziemlich egal, aus welchem Genre es stammt.

Jasmin: Es muss gefallen. Da spielt das Genre nur eine Nebenrolle. Es gibt auch einfach Zeiten, wo man es nicht ertragen kann, wenn einem jemand aus den Boxen heraus regelrecht anschreit. Nein, dann müssen eher die Singer/Songwriter her, die nur mit der Gitarre bewaffnet leise Töne anschlagen. An anderen Tagen dreht man die Anlage regelrecht auf, sodass man meinen könnte, dass sämtliche Fenster im Umkreis gleich zerspringen werden. Ob nun Punk, simpler Pop/Rock, … Es wird gehört, was gefällt.

6) Welche CD war die erste Deines Lebens?

Doro: Hmmm, war das nun Haddaway? Ja, der „What is love?-Typ“. Ach, die 90er. Aber ich glaube, es war sein zweites Album. Es war auf jeden Fall die erste CD, die ich mir gekauft hab, weil mein Bruder das hörte (als kleine Schwester macht man dem großen Bruder immer alles nach. Guuut, dass ich diese Tugend in Sachen Musikgeschmack schnell abgelegt hab) oder es war die erste Schlümpfe CD „Tekkno ist cool“. Ach, herrliche 90er. Total uncool, ich weiß, aber hey, that’s the story…

Jasmin: Wenn ich mich daran doch nur erinnern könnte! Aber ich weiß, dass ich auch einige Alben der Schlümpfe besaß. Und ich würde einfach fast behaupten, dass davon wohl eine meiner ersten CDs war. Wenn man sieht, wo wir heute stehen, dann sollte jeder mindestens eine CD von den Schlümpfen besitzen!

7) Welches Lied ist, Deiner Meinung nach, das größte aller Zeiten?

Doro: Puuhhh… ich wusste, sowas wird kommen. Was sagt man da? Das ist eine Frage, die so konzipiert ist, dass man sie nie adäquat beantworten kann.

Jasmin: Das ist wirklich so eine Frage, die wohl niemand wirklich beantworten kann. Deswegen schnell weiter zur nächsten Frage!

8) Welche Band ist die Liebe Deines Lebens?

Doro: Es war, ist, bleibt: TOMTE. Wie sehr mich diese Lieder begleitet haben, in den dunkelsten Stunden immer wieder aufgefangen haben, den Trost gespendet haben, den ich so sehr gesucht habe. Und all die wunderbaren, tausenden Momente, die ich mit alten und neuen Freunden auf den Konzerten und Festivals erlebt habe. All die Erinnerungen, die an all den Textzeilen haften. Und Thees Uhlmann kennen gelernt zu haben, als einen Menschen, der auch all das einhält, wovon er singt.
Tomte ist die erste Band, für die am längsten kontinuierlich mein Herz schlägt. Nie war diese Liebe abgeschwächt, immer wieder ist ihre Musik da, auch in Zeiten, wo die Band nicht präsent war bzw. ist.

Jasmin: Tomte, ja. 2006 hat diese Band mein Herz erobert. Ich weiß noch, als mich jemand anschrieb: „Hey, kommst du mit nach Berlin? Da spielt Tomte, könnte dir gefallen!“ Ich bin mehr oder weniger spontan hingefahren. Die „Buchstaben über der Stadt“- Tour. Ich stand vorne links. Vor mir Oliver Koch, der tanzte und lachte, als gäbe es kein Morgen mehr. Timo am Schlagzeug- der Fels in der Brandung. Dennis Becker auf der rechten Seite, der sich über jeden Mist lustig machte & regelrecht mit seiner Laune ansteckte. Und in der Mitte der Lederjackentragende Thees Uhlmann. Wie euphorisch er war. Mit wie viel Leidenschaft er die Zeilen vortrug, die mich bis heute begleiten. Egal in welcher Lebenslage. Seelentröster.

9) Was war bisher das wohl größte Konzerterlebnis für Dich?

Doro: Hm, auch wieder: Was soll man darauf antworten? Das erste Mal bei einem Die Ärzte Konzert sein und gleich mal schön umgepogt zu werden? Bei den Beatsteaks einmal durch die ganze Masse rumgeschubst zu werden und dabei denken, man habe den Spaß seines Lebens? Oder dann doch all die Tomte Konzerte, nach denen man sich jetzt gerade so sehr sehnt? Oder nur das erste und letzte Mal, als ich sie gesehen hab? Oder doch Turbostaat? Bratze? Muff Potter??? Bright Eyes? The Notwist? Gisbert zu Knyphausen damals im kleinen Club? I am Kloot? The Weakerthans in Hamburg als ich genau vor John K. Samson stand?
Oder dann doch Thees Uhlmann letztes Jahr in Salzburg. Weil alles perfekt war. Fremde Stadt, aber mit der liebsten Person. Erste Reihe. Erstes Mal für mich, dass ich die neuen Lieder in einem Club sah, als bisher nur auf Festivals. Und dann total auszurasten, sich die Lunge heiser schreien und bei „Paris im Herbst“ nicht nur die eigene wütende Traurigkeit zu spüren, sondern auch die von Thees Uhlmann. Wie ergriffen man war. Weil es so ehrlich war.

Jasmin: Die unzähligen Auftritte von Petula? Der mich bei jedem Konzert stets umhaut? Oder Senore Matze Rossi letztens in Hamburg? Bei dem ich fast heulend vor der Bühne zusammengebrochen wäre? ClickClickDecker in Jena? Wo alles perfekt war, die erste Reihe die Füße auf dem Bühnenrand ablegen konnte & somit jedes Aufstampfen von Kevin Hamann durch Mark & Bein ging? Oder die zwei Auftritte von Harmen Ridderbos, die mich einfach nur sprachlos machten? Ohje, da gibt es wirklich so viele, die man erwähnen müsste & sollte!

10) …und welches Liveerlebnis hat Dich maßlos enttäuscht?

Doro: Ich kann mich an kein Konzert erinnern, auf das ich wollte und enttäuscht wurde. Vielleicht mit einigem Abstand könnte ich sagen, damals war es für mich ein euphorisches Konzerterlebnis, heute juckt mich das aber nicht mehr. Was total ok ist. Vielleicht ist es auch nur reiner Selbstschutz, weil ich mich nicht erinnern will, dass ich Geld zum Fenster rausgeschmissen hätte. Jedes Konzert hatte seine Berechtigung. Es gibt auch Bands, bei denen ich sagen würde: Ok, ich hab sie einmal live gesehen, aber nochmal muss das nicht sein. Aber deshalb haben sie mich noch lange nicht enttäuscht. „Enttäuschen“ können mich eigentlich nur Bands, die ich eh nicht so prickelnd finde, die man sich aber mal auf Festivals anguckt. Z.B. KIZ. Ich verstehe nicht, warum da so viele Menschen vor der Bühne standen. Aber enttäuscht haben sie mich nicht, weil ich ja auch keine Erwartung an sie hatte.
Bis jetzt hat noch jeder Künstler mindestens das abgeliefert, was ich auch von ihm erwartet hab. Großartig ist es natürlich, wenn meine Erwartungen getoppt werden.

Jasmin: Mmh…So richtig will mir kein Konzert einfallen. Wenn enttäuscht, dann spielt dabei auch das Publikum eine Rolle. Das ganze Drumherum, nicht nur die Band auf der Bühne. Wenn man das alles in Betracht zieht, gibt es hier und da Konzerte, wo ich sage: Was war das denn jetzt gewesen? Aber wenn man allein nur von der Band spricht, die man sich angesehen hat..? Nein, da will mir keine einfallen. Oder war ich vielleicht nur so dermaßen enttäuscht, dass ich das alles schon wieder verdrängt habe? Wir werden es wohl nie rausfinden!

Bitte weiterlesen auf Facebook & Homepage!

Vielen Dank, Ihr Zwei! It’s a pleasure! 🙂

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