Plattencheck: Of Monsters And Men – My Head Is An Animal

Ich muss ehrlich sein, ich schreibe meistens dann eine Plattenbesprechung, wenn ich überzeugt bin von Band und Album. Rückblickend auf mein vergangenes LauschRausch-Jahr kann ich das nicht leugnen. Und auch heute wird das nicht anders sein. Es tut mir leid, aber es kommen auch wieder schlechtere (Platten-)Zeiten für mich. 🙂

Es geht um die isländische Band Of Monsters And Men, deren Song „Little Talks“ in 2011 eine Offenbarung für mich war. Das wird wohl das grösste Kompliment an einen Künstler sein, sein/e Song/s in Dauerschleife zu hören und dabei ein absolut erhebendes Gefühl zu haben. So geschehen und das ist nicht übertrieben – aber sehr selten. Ähnliche Wirkung erreichte zuletzt bei mir „Little Lion Man“ von Mumford & Sons, mit denen man, wenn man denn Vergleiche anstellen möchte, Of Monsters And Men gerne vergleichen darf. Zwar klingen viele ihrer Songs fröhlich, tanzbar und unbeschwert, wenn man aber genauer auf Text und Arrangements hört, dann ist wohl klar, dass diese Band bestimmt kein One-Hit-Wonder ist und man sie deshalb ernst nehmen sollte.

Ihr erstes Album „My Head Is An Animal“ beweist, dass die fünf Musiker aus dem isländischen Reykjavík  auch genau das beabsichtigen.
Bereits im Jahr 2010 gewannen Nanna, Ragnar, Brynjar, Arnar, Kristján und Árni den isländischen Bandwettbewerb „Músiktilraunir“ und belegten mit „Little Talks“ mehrere Wochen Platz 1 der heimatlichen Charts.

Ich bin zwar kein Fan des „Musik-Schubladendenkens“, aber es macht das Umschreiben leichter, wenn ich es intelligenten Indie-Folkpop nenne. 😉
Die ersten Stücke kommen melancholisch und ruhig daher. Besonders auffällig und ein Anspieltipp ist das eingängige „King And Lionheart“.
Die beiden Sänger Nanna und Ragnar singen abwechselnd mit ihren auffallend klaren und sanften Stimmen und das klingt so erfrischend ehrlich, dass man jetzt schon weiss, dass die Platte Lieblings-CD-Potential hat. Ein wenig erinnern sie mich dabei an Stars, eine kanadische Band um die Musikerin Amy Millan. Auch dazu gab’s schonmal eine Review.

„Six Weeks“ ist der erste Titel des Albums, der vielleicht der mit dem meisten Rock ist. Mit „Love Love Love“ und „Your Bones“ liefern Of Monsters And Men zwei große Balladen ab und schliessen ihr Debüt mit dem Höhepunkt „Little Talks“ ab.

Nun aber genug der Schwärmerei, diese CD gehört gekauft!
Mittlerweile ist Of Monsters And Men bei Universal unter Vertrag, die weltweite Veröffentlichung der Debütsingle ist für 2012 geplant.
Aber weil in Deutschland leider immer noch kein Release-Datum für „My Head Is An Animal“ feststeht, bitte solange HIER bestellen! 🙂
Es lohnt sich so sehr.

Release (in Island): September 2011
Label: Record Records
Genre: Indie-Folkpop

Tracklist:
1. Dirty Paws
2. King and Lionheart
3. Numb Bears
4. Sloom
5. Little Talks
6. From Finner
7. Six Weeks
8. Love Love Love
9. Your Bones
10. Lakehouse
11. Yellow Light

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2 Gedanken zu „Plattencheck: Of Monsters And Men – My Head Is An Animal

  1. Ach, na endlich, da isse ja, die langersehnte Platte. Hättest Du mich nicht schon längst mit der Musik angefixt, wäre ich spätestens nach Lektüre Deiner Schrift gewordenen Begeisterung fällig 😉
    Einzig die Links zum Bestellen geben Grund zum Verdruss. Link 1 führt mich zwar zum Label, aber ohne Bestellmöglichkeit. Link 2 führt zum Shop, doch dieser weist die Platte für mehr als 23 € aus…zzgl. Versandkosten aus Island…ist es das wert? Na klar, gute Musik kostet, aber letztlich bezahle ich ja nur meine Ungeduld…da kann ich ja auch noch warten, bis sie hierzulande erscheint.

    Bei der Gelegenheit noch ein Wort zum „Musik-Schubladendenken“ – musikalische Kategorien sind nicht ohne Grund eine Erfindung der journalistischen Zunft. Man spart mit Etiketten wie „intelligenten Indie-Folkpop“ einfach so viel Zeit, Energie und Platz, um dem Leser annähernd zu vermitteln, um welche Art Musik es sich handelt. Letztlich entsteht so nix anderes als ein eigenes Vokabular. Je mehr und je tiefer man sich in die Materie einliest, desto klarer wird auch die Nomenklatur…während mir bei der erwähnten Schublade recht klar ist, was mich bei „Of Monsters and Men“ erwartet, würde sich meine Mutter wahrscheinlich nur verwundert am Kopf kratzen. Deswegen finde ich Schubladen echt praktisch – so weiß ich schnell und auf einen Blick, womit ich es zu tun habe!

  2. Vielen Dank für Deinen Kommentar und die Erläuterung zum „musikalischen Schubladendenken“. Es beruhigt mich sehr, zu wissen, dass Du dies ebenfalls anwendest, obwohl Du vermutlich auch absolut treffend ein Genre ausführlicher beschreiben könntest. Uff, Glück gehabt! 😉 Wobei ich sagen muss, dass es andere Musikrichtungen gibt, die sehr schwer mit drei bis vier Wörtern zu umschreiben sind. Man achte auf kommende Rezensionen. Ich fürchte, da wird es womöglich etwas gruseliger, bin derzeit schon auf der Suche nach geeigneten Etiketten…

    Danke für den Hinweis mit dem ersten Link, der keine Bestellmöglichkeit aufweist. Hab ich übersehen, ihn aber jetzt aus dem Text gelöscht. 23€ für eine CD hinzublättern kann man machen, muss man aber nicht, ganz klar. Bleibt sehr zu hoffen, dass in absehbarer Zeit das Album auf dem deutschsprachigen Markt um die Ecke kommt.

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