Wakey!Wakey! – Die Werkstatt, Köln – 26. Oktober 2011

So know I am going to stay right here
Because you saved my life once
You saved my life

Durch meine Freundin Maria bin ich erstmals vor etwa 2 Jahren auf Wakey!Wakey! aufmerksam gemacht worden. Meine erste Reaktion war jedoch nicht gerade überschäumend, als ich erfuhr, dass der Frontman und Kopf der Band Michael Grubbs, einige Zeit in der US-amerikanischen Serie „One Tree Hill“ mitspielte. Nicht der Serie wegen, sondern weil sich meine Sympathien für schauspielernde Musiker – oder musizierende Schauspieler 🙂 – in Grenzen hält.
Doch ich ließ mich gerne eines besseren belehren, auch nachdem ich mich mit Mike Grubbs und seiner Musik auseinandergesetzt hatte – und sie, sehr mochte…

…und so war ich froh, dass wir uns auf den Weg nach Köln machten, um uns von seinen Livequalitäten zu überzeugen.
Die Werkstatt erschien mir optimal für eine eher unbekannte Band. Vor den noch verschlossenen Türen erwartet uns aber bereits eine Schlange jüngeres Publikum („One Tree Hill“-Fans?). Wir reihen uns ein, stellen später aber fest, dass wir doch nicht die Ältesten zu sein schienen. Freude! 🙂
Wie auch immer.
(nur schlechte Handyfotos – sorry!)

Ein Raunen geht durch die Menge (schätzungsweise 200 Menschen) als Rosi Golan als „Vorband“ startet und die ersten Töne anstimmt. Ihre ruhige, sehr schöne Stimme, die mich gleich an Julia Stone oder Amy Millan erinnert, packt das Publikum sofort und bis auf Rosi hörte man im Raum nichts und niemanden. Die israelisch-amerikanische Künstlerin singt die Titel ihrer beiden Alben „The Drifter And The Gypsy“ und „Lead Balloon“ und plaudert viel aus dem Nähkästchen. Vorallem aber über ihre Tour mit Wakey!Wakey!.
Als sie (vorerst) die Bühne verlässt, scheinen alle sehr zufrieden zu sein mit ihrer Darbietung . Überzeugt!

Doch der absolute Höhepunkt des Abends sollte uns noch bevorstehen.
Einige Zeit später betritt Mike Grubbs die Bühne und zeigt gleich, wie begeistert er ist in Deutschland zu sein. Sein Köln-Besuch hat ihn offensichtlich nachhaltig beeindruckt und so schwärmt er zunächst einmal ausgiebigst von der Stadt. Dabei überrascht er mit viel Witz und unglaublich viel Charme. Man merkt, dass er genau weiss, wie man das Publikum (und vorallem die Frauen) um den Finger wickelt. Zusammen mit Tanya Buziak, die die Backing Vocals singt, spielt er auf seinem Piano neben den Balladen „Blame You“ und „WarSweater“ vorallem Titel seines aktuellen Albums „ Almost Everything I Wish I´d Said The Last Time I Saw You“. Darunter den „Oh Song“, „Got It All Wrong“ und „Car Crash“. Mike Grubbs sitzt während des kompletten Konzerts an seinem Piano am vorderen Bühnenrand, scherzt zwischendurch, erzählt immer wieder amüsante Geschichten und holt bei einem seiner Songs Rosi Golan zur Unterstützung hinzu.

Seine Feststellung „Everybody Is A Hottie In Cologne“ entwickelt sich zum Running Gag der Show und auch ansonsten muss man neidlos anerkennen, dass dieser Mann nicht nur Songwriter, Sänger und Schauspieler ist, sondern ebenso gut das Zeug zum Comedian hat. Ein wahres Multitalent.
Mit „Light Outside“ und „Almost Everything“ beschliesst er seinen Auftritt und fordert uns auf, (nachdem er sich ein Bier geöffnet und einen Schluck vom Whiskey genommen hat 😉 ) ihm nach der Show „hi“ zu sagen.
Das muss man uns nach diesem Konzerterlebnis nicht zweimal sagen.

Mike Grubbs mag, wie er selber sagt, keine Zugaben. Viel lieber spiele er alles das, was er kann – und das ist eine Menge. Obwohl Wakey!Wakey“ bislang mehr Eps als Longplayer auf den Markt gebracht hat, dauert die Show fast zwei Stunden, was mitunter natürlich an seinen Entertainer-Qualitäten liegt.

Ich glaube, fast jeder in der Halle hat es wahrgenommen und sich CD und/oder Tourplakat gekauft , um es signieren zu lassen und ein paar Worte mit ihm zu wechseln.
Michael Grubbs (übrigens ursprünglich aus Virginia, jetzt ansässig in Brooklyn/New York) ist ein typischer Amerikaner, der im Zusammenhang mit den Fans Begriffe wie „georgeous“, „i love you“, „wonderful“ absolut inflationär benutzt. Man nimmt es ihm trotzdem irgendwie ab… Der Mann hat einfach den richtigen Job und es wird für ihn noch viel mehr sein als das.
Und obwohl ich nicht weiss, wie er als Schauspieler ist, er kann darin gar nicht so gut sein wie als Musiker.

Danke Wakey!Wakey! für dieses wunderbare Konzerterlebnis!

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