Der Große Preis – Leipzig wählt die Band des Jahres!

Leipzig hat gewählt – die Band des Jahres steht fest.

Vorhang auf für: KRAHNSTØVER! Das Elektroclash-Projekt konnte sich am 29.10. beim „Großen Preis“ im Werk II gegen die sieben Mitfinalisten durchsetzen. Aber der Reihe nach….

 

Freitagabend, 18 Uhr, das Werk II öffnet seine Tore und bittet zum Großen Preis. Das geneigte Leipziger Publikum hingegen lässt noch auf sich warten. Der undankbaren Aufgabe, als erste Band vor einer Hand voll Leute zu spielen, müssen sich an diesem Abend die Musiker von „Mud Mahaka“ stellen. Deren hochintelligenter Experimentalsound ist für das Durchschnitts- oder Otto-Normal-Verbraucher-Publikum eher schwer verdaulich, bietet jedoch handwerklich sicherlich die höchste Qualität des Finales. Die fünf Musiker reissen musikalisch Wände ein, um in eigenen und immer abwechslungsreichen Klangwellen neuen Platz zu schaffen. Das ist gewagt und weit abseits der Masse, zeigt aber mit schweren Gitarren, elektronischen Spielereien und der feinen Stimme von Sänger Arpen einen ganz eigenen Charme, in den man sich ganz hineinfallen lassen kann.

Was Leipzigs Bands in Sachen Elektro leisten können zeigen im Anschluss Mollin und Krahnstoever. Während Mollin das sich stetig füllende Werk II mit ihrem Spaceshuttle-80erWave-Pop ausfüllen, kommt so langsam Stimmung auf. Das Trio, dessen unterkühlter aber dennoch tragender Sound zum Schweben verleitet, sollte man sich HIER unbedingt anhören. Allein schon wegen der bezaubernden Sängerin, meine Herren.Mollin

Krahnstoever hingegen treffen mir ihrer Interpretation elektronischer Musik mehr als punktgenau den Geist ihrer Zeit. Der jugendlich frischen Mischung aus Synthesizer, Laptop, Schlagzeug und Gitarre untermalt vom grandiosen Midlandslang der Sängerin Stephanie, erliegen wir bereits während des ersten Songs. Kein Wunder also, dass die Jury ihren Preis an die Jungmusiker vergibt. Eine Band die man sich nicht nur wegen des kuriosen Namens merken sollte. Denn ohne weiteres könnte so manches Festival von den Dreien gerockt werden.

Als „Einzelkämpfer in Sachen Pop“ wurde Me and Oceans angekündigt. Als einziger Solokünstler des Abends wird Sänger Fabian mit seiner großen Stimme ohne Probleme der Rolle des verschrobenen aber dennoch einnehmenden Singer/Songwriters gerecht. Das ist Pop vom Feinsten, der ganz dem Genre entsprechend ohne große Gesten auskommt. Begleitet von Kuh (Spieluhr), Tiger (Laptop) und Toni (Kindertrompete) singt sich Me And Oceans auf Platz zwei der Jurywertung.

So, den Schein der objektiven Beobachter können wir nun also endlich hinter uns lassen und zum wichtigen Teil des Abends kommen: CHOIRS!!!

Nachdem wir vor einigen Wochen auf die EP der fünf Musiker stießen, war die Freude ob des nahenden Live-Erlebnisses riesen groß. Das Projekt „Choirs“ entstand mehr oder weniger auf Grund einiger Songideen von Bassist Sebastian, der für die Umsetzung nach einer passenden Besetzung suchte. So fanden sich schließlich Lukas (Gesang), Felix (Gitarre), Christoph (Gitarre) und Jens (Schlagzeug), die bereits in jeweils anderen Projekten Erfahrung sammeln konnten zusammen, um diesen Ideen musikalisches Leben einzuhauchen. Es folgen eine Lowbudget EP Produktion in Eigenregie sowie die Festigung des Bandgedankens. Nach eigenen Angaben ohne direkte Vorbilder, lassen sich Jazz-, Elektro-, und Rockelemente wiederfinden, die eine ganz eigene aber immer homogene Eigendynamik entwickeln. Choirs schaffen den Spagat zwischen Proberaum-Hobby und ernsthaftem Musikprojekt scheinbar spielend. Denn dass eine gerade gegründete Band dabei so reif, authentisch und facettenreich klingen kann, mag man auch nach ihrem Liveauftritt beim Großen Preis kaum glauben. Sehen wir mal von den generellen kleineren Problemen der Akustik/Tontechnik im Werk II ab, ist das was Choirs zurück lassen, jenes aufwühlende Gefühl ganz großer Livemusik. Während die EP „The Plain Living“ durch intelligent gemachten Pop glänzt und dabei überwältigende Bilder im Kopf des Hörers kreiert, kann man sich live nur schwer zwischen abzappeln und staunend dastehen entscheiden. Die Stücke wirken so treibend auf den schutzlosen Zuhörer ein, dass es schwer fällt, alles wahrzunehmen was die fünf Jungs zu bieten haben. Energetisch, dynamisch,… mir fallen noch ein dutzend Synonyme ein, die trotz allem nicht an das Gefühl herankommen, dass es eigentlich auszudrücken gilt. Neben den schon bekannten Songs „Vision“ und „She Keeps Dancing“ wurde beim Großen Preis die Elektroversion von „Snow“ sowie die beiden Neulinge „We Are“ und „Over“ vorgestellt – alles in allem hoffentlich der Vorgeschmack auf ein bald erscheinendes Album! Denn eines steht fest: Choirs sind eine Ausnahme, ein Glücksfall.

Dass der Publikumspreis anschließend an die 10-köpfige Reggae-Dub-Gute-Laune-Kombo „Lick Quarters“ geht, war relativ absehbar und zudem hoch verdient. Mit Saxophon, Trompete, gute Laune Melodien und Mitsingaktionen hat man das Publikum schnell in der Hand. Mit diesem Gewinn erhalten die Musiker einen Auftritt beim kommenden Campusfest, einen Rahmen den „Lick Quarters“ sicherlich zu nutzen weiß, um weiter auf sich aufmerksam zu machen.

Abschließend kann man festhalten, dass die Moritzbatei, das Werk II und alle mitwirkenden Sponsoren den jungen, ambitionierten Künstlern dieser Stadt eine mehr als würdige Plattform zur Verfügung stellen um sich einem offenen und interessierten Publikum zu stellen.

Alle Bilder des Abends gibts im LauschrauschFacedeck!!!

Weitere Empfehlungen des Abends:

Mollin

Krahnstoever

Me And Oceans

Nevertheless

Choirs

Mud Mahaka

Cox And The Riot

Lick Quarters

______________________________

Moritzbastei

Werk II

Analogsoul Label

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3 Gedanken zu „Der Große Preis – Leipzig wählt die Band des Jahres!

  1. Pingback: Basteiblog » Dienstagspresseschau: Großer Preis 2011

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