Plattencheck: Thees Uhlmann – Thees Uhlmann

Eigentlich ist Thees Uhlmann ja der Kopf der Hamburger Band Tomte und bei jener hat man eigentlich die Garantie auf guten, handgemachten Indie Pop/Rock. So ist es eigentlich unvorstellbar, dass Thees seinen Jungs antrünnig wird – aber genau das ist passiert. Und eigentlich sind Sologänge häufig zum Scheitern verurteilt. Aber hierbei handelt es sich um Thees Uhlmann! Und weil ich – nach wie vor – viel von ihm als Sänger und Songschreiber halte, war ich mir sicher, dass er uns nicht enttäuschen wird – und durfte recht behalten.


Thees‘ gleichnamiges Album ist durchaus von seiner Arbeit mit Tomte beeinflusst. Das ist nicht von der Hand zu weisen. Unterschiede sind jedoch trotzdem festzustellen. Der Verdacht macht sich breit, dass Thees alleine rockiger klingt. Und dies wird bestätigt. Zwar immer noch mit dem (selbstverständlich) absolut Uhlmann’schem Wiedererkennungswert, logisch, seiner Stimme, aber irgendwie rauher als mit der Erstband. Und, Bruce Springsteen lässt grüssen, teilweise auch mit Mundharmonika.
Unnachahmlich sind seine Texte, die Geschichten erzählen, beeindruckend bei „Paris im Herbst“ mit Seemannsliedcharakter dank Akkordeon. Die Spannweite seiner Musik zeigt sich auf „& Jay-Z singt uns ein Lied“, denn dort übernimmt Rapper Casper eine Passage. Womöglich eine Revanche für eine vorhergehende Zusammenarbeit. Auf Caspers aktuellem Album singt Thees den Refrain von „XOXO“.

Ein Highlight des Albums sind sicherlich die Titel „Das Mädchen von Kasse 2“ und das hymnenartige und schnell ins Ohr gehende „Zum Laichen und Sterben ziehen die Lachse den Fluss hinauf“. Sie machen Lust auf das gesamte Album.

Fazit: Thees‘ kluge Weisheiten (was hier absolut positiv gemeint ist), gespickt mit gitarrenlastiger Musik und großartigen Kleinigkeiten (oder kleinen Großartigkeiten?! ;-)) machen viel Freude, vorallem wenn man ihn und auch Tomte mag. Mich überzeugt er. Schon heute gehört er für mich zur großen Riege der deutschen Singer/Songwriter. Danke, Thees Uhlmann!

Release: 26. August 2011
Label: Grand Hotel van Cleef (Indigo)
Genre: Rock, Indie Pop, Alternative
Dauer: 45 Min.

Tracklist:

1. Zum Laichen und Sterben ziehen die Lachse den Fluss hinauf
2. Die Nacht war kurz (ich stehe früh auf)
3. & Jay-Z singt uns ein Lied
4. 17 Worte
5. Die Toten auf dem Rücksitz
6. Sommer in der Stadt
7. Römer am Ende Roms
8. Das Mädchen von Kasse 2
9. Lat: 53.7 Lon: 9.11667
10. Paris im Herbst
11. Vom Delta bis zur Quelle

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