Chikinki – Gebäude 9, Köln – 28. April 2011

Schon im Vorfeld hatte ich diverse Meinungen zu Chikinki-Konzerten gehört, wobei alle durchweg positiv waren. Teilweise merkwürdig, aber positiv. Das sollte sich auch für mich bestätigen.  Zunächst einmal sollte für alle, die das Gebäude 9 in Köln nicht kennen, gesagt werden, dass die Atmosphäre bei dortigen Konzerten eher familiär ist und ich auch beim Chikinki-Konzert auf nicht mehr als 250 Besucher tippen würde. Da ich aber sehr schlecht schätzen kann, lasse ich mich auch gerne eines besseren belehren. 🙂


Die Vorband „The Charcoal Sunset“ überzeugte mich. Die Jungs selbst umschreiben ihre Musik als Folk’n’Roll und machten dieser Beschreibung alle Ehre. Nicht nur, dass mir ihr Stil gefiel, sie über die Bühne tobten und auch noch singen konnten, nein! Hätte die Band zwischen ihren Titeln nicht deutsch gesprochen, ich wäre heute noch der Überzeugung, dass auf der Bühne eine amerikanische oder britische Band steht.

Leider muss ich sagen, dass das alterstechnisch stark gemischte Publikum anfangs eher mies gelaunt war und erst jubelte als Chikinki die Bühne betrat. Nun gut, dafür waren wir ja auch alle da.
Mein erster Eindruck war tatsächlich: „strange“. Die fünf Jungs aus Bristol/Großbritannien (seit Kurzem übrigens in Berlin lebend) wirkten beinahe verschlafen und leicht angeschlagen – oder gab es zuvor vielleicht ein wenig zu viel Alkohol?! 😉 Ich hatte gleichzeitig jedoch selten einen so sympathischen Eindruck von einer jungen Band. Sänger Rupert Browne begrüsste das Publikum mit einem schüchternen „Hallo, wir sind Chikinki“, während er zaghaft grinsend in die Menge winkte.


Während die „Pop-Psychedelicer“ Chikinki ihre Show starteten, mussten viele über Ruperts Posen und seinen sehr eigenen Tanzstil lachen. Ein Wunder, dass der Mann bei diversen „Verdrehungen“ noch die Töne traf.
Chikinki spielten alle Hits. Von dem grandiosen „Assasinator 13“, „Ether Radio“ (was mich persönlich sehr freute!) und „Like It Or Leave It“ vom 2005er-Album „Lick Your Ticket“, über „Hello Hello“ vom Album „Brace Brace“ bis hin zu neuem Material der „Bitten“-Platte. Sehr sphärisch und – wieder – merkwürdig wurde es bei „Into The Night“. Browne forderte die Fans auf mitzutanzen und sich „mit dem Klang der Musik“ zu bewegen. Er tat das zum SEHR psychedelischen Titel mit vollster Überzeugung und tiefster Inbrunst und liess sich auch nicht von seinem Bandkollegen – dem Keyboarder Boris Exton – ablenken. Denn der hatte so tief ins Glas/Flasche (whatever! 🙂 ) geschaut, dass er kurzzeitig keinen Ton mehr traf und schliesslich schwer schwankend eine kleine Pause einlegen musste. Dem Konzert tat dies jedoch keinen Abbruch.

„Bitte Bitte“ und „Harry’s Last Hurrah“ waren definitiv zwei meiner Höhepunkte an diesem Abend, obwohl ich feststellen musste, dass es schwer ist zur Musik von Chikinki zu tanzen. Dafür ist sie nicht unbedingt gemacht (Rupert Browne mag dies anders sehen :D). Es lohnt sich trotzdem, auch für Leute, die ansonsten gerne tanzen, eines ihrer Konzerte zu besuchen. Die Jungs haben viel Spass an ihrem Job und beherrschen eigentlich wirklich ihre Instrumente. Es sei denn der Alkohol kommt dazwischen. 😉

Ihre Show hat etwas. Die Musik ohnehin. Die Jungs sind nerdig, aber nett. Und deshalb mag ich sie.

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