Plattencheck: Mando Diao – Above And Beyond (MTV Unplugged)

Alte Titel, neues Arrangement. Daher hätte ich doch beinahe den Starter „Long Before Rock’n’Roll“ nicht erkannt. Erstaunlich. Aber es wäre auch geradezu untypisch für die Jungs von Mando Diao (Oder soll man nun besser „Männer“ sagen? Sie sind gereift und es steht ihnen so gut!) ein typisches Unplugged-Konzert zu geben. Mit Ray Davies von The Kinks und Juliette Lewis haben sie echte Profis ins Boot geholt und sogar Daniel Haglund, Mitgründer und Mitglied der ersten Mando Diao-Stunde, ist mit von der Partie.

Charakterisiert wird die Konzert-Reihe „MTV Unplugged“ zumeist durch die Auswahl der größten Titel der jeweiligen Bands, jedoch nur akustisch interpretiert. So auch bei Björn Dixgard & Co. Aber akustisch heisst nicht leise. Und genau das beweist die Band sehr eindrucksvoll. Wer das Konzert nicht auf dem Bildschirm verfolgen konnte, kommt aber auch mit dem Album voll auf seine Kosten.
Wir kommen in den Genuss von „Sheepdog“, das selten live gespielte „Mr. Moon“ und natürlich „Down In The Past“, sowie wunderbare Akustik-Versionen von „Losing My Mind“, „All My Senses“ und „Hail The Sunny Days“. Der Gesang von Lana Del Ray, einer amerikanischen Newcomerin, bei „Gloria“ ist für mich jedoch ein kleiner Wermutstropfen. Es ist vielmehr ein Mitjammern, was vielleicht verrucht klingen soll – nein, diesen Titel hätte Björn besser alleine singen sollen. Ansonsten sind die Songs bestimmt vom Wechselsang Björn Dixgards und Gustaf Noréns, sehr seventies geprägt, manchmal scheppernd, aber meistens perfekt interpretiert und absolut überzeugend.

Fazit: „Above And Beyond“ geht über die bisherigen Shows der Schweden hinaus. Daher wohl auch der Titel. Sie spielen die 24 Songs nicht wie es die Fans gewohnt sind. Zwar rocken sie wie gewohnt, wollen aber mit dieser Performance zeigen, dass sie noch viel mehr können. Und es gelingt: Neben den vielen einzelnen Instrumenten klingt Björns kraftvolle Stimme einfach wahnsinnig gut. Das Unplugged ist eine kleine Reise durch zehn Jahre Mando Diao und lohnt sich, selbst wenn man schon alle Alben der Band im Regal stehen hat.

Release: 12. November 2010
Label: Vertigo (Universal)
Genre: Pop/Rock
Dauer: ca. 67 min. (normale Version), 137 min. (Ltd. Ed.)

Tracklist:

1. Long Before Rock’n’Roll
2. Sheepdog
3. Losing My Mind
4. Gloria
5. All My Senses
6. Dance With Somebody
7. High Heels
8. Down In The Past
9. How We Walk
10. No More Tears
11. Mr. Moon
12. Hail The Sunny Days
13. Victoria
14. If I Don’t Live Today, Then I Might Be Here Tomorrow
15. God Knows

Ich rege hier einmal eine kleine Diskussion an: Was haltet Ihr vom Album? Wir freuen uns über Eure Kommentare.

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7 Gedanken zu „Plattencheck: Mando Diao – Above And Beyond (MTV Unplugged)

  1. Hmm, das „Never Seen The Light Of Day“ war zwar akustisch, aber es ging ja eher in die folkige Richtung. Das trifft bei „Above and Beyond“ nicht zu. Von daher würd ich wohl sagen nein. Schlagzeug, Bassgitarre und z.B. Mundharmonika hört man auf dem MTV Unplugged-Album sehr stark raus.

  2. Also ich persönlich finde das Album super, wobei meine Meinung nicht wirklich als Maßstab gelten kann, da ich im Prinzip alles toll finde, was von dieser Band kommt und Hurricane-Bar definitv eines der wichtigsten Alben für mich persönlich ist. Das Album ist jedenfalls genau das, was ich erwartet habe. Wunderbare Musik bei dem das musikalische Können dieser Band wunderbar zum Vorschein kommt. Sehr variabel und nie langweilig. Wunschtraum wäre eine unplugged Tour, aber da wird man wohl vergeblich drauf warten. Schade eigentlich, Björn Dixgard solo hat das ja schon hinter sich, warum nicht mit der kompletten Band? Bitte, bitte 🙂

  3. Kann ich nur unterschreiben, Luki. Egal was Björn & Co. ausprobieren – es ist richtig. 🙂
    „Hurricane Bar“ ist auch für mich immer noch eines der besten und wichtigsten Alben unserer Zeit und, meiner Meinung nach, das beste Mando Diao-Album überhaupt.
    Für eine Unplugged-Tour bin ich definitiv auch. 😀

  4. Das Unplugged finde ich großartig – Mando Diao langweilen nicht und man hört sich an den Liedern nicht satt. Ich find teilweise einige Songs besser als in der ursprünglichen Version. Fazit: Einlegen und immer wieder hören!

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