Fiddler’s Green – die börse, Wuppertal – 22.10.2010

Folk’s not dead! So rise up higher
Folk’s not dead! And we take off now
Folk’s not dead! Let’s get our skates on
Folk’s not dead! For singing louder.

(Fiddler’s Green – „Folk’s Not Dead“)

Es gibt Bands die kommen und gehen. Viele springen auf einen Zug auf, weil die Leute es gerade verlangen. Sie werden vermarktet und am Ende verheizt. Anders Fiddler’s Green aus Erlangen.
Sie sind in der „irischen Folk-Punk(Rock)-Szene“ (sie selbst nennen ihre Musik auch gerne „Irish Independent Speedfolk“) Kult und fest darin verankert. Alteingesessen und seit nunmehr zwanzig Jahren im Geschäft. Es war demnach eine Ehre für mich, sie endlich – und zum allerersten Mal – live erleben zu dürfen. Und ich hatte große Erwartungen.

Ein lautes und spannungsgeladenes Intro macht sofort Lust auf mehr und als die sechs Herren dann die Bühnen betreten, wird von Anfang an klar: Sie sind zwar routiniert und kennen ihr Publikum in und auswendig, aber sie haben nach all den Jahren immer noch irrsinnigen Spass an ihrer Arbeit. So vielseitig Folkpunk sein kann, so vielseitig ist Fiddlers Green. Sie verstehen ihr „Handwerk“ und nutzen neben Gitarre, Schlagzeug und Bass ebenfalls Geige, Mandoline, Flöte und Banjo, um eine wirklich und unübertrieben, fulminante Bühnenshow abzuliefern.

Trotz langjähriger Bühnenerfahrung ist die Band völlig unverbraucht und frisch. Und meistens laut, natürlich. Aber das gehört dazu, genauso wie das ausgelassene Tanzen der Fans. Nicht überraschend also, dass bei Klassikern wie „Rocky Road To Dublin“ und „Lanigan’s Ball“ folktypisch getanzt und mitgesungen wird. Mit „Irish Air“ haben sie endgültig auch die wenigen, die bisher lediglich etwas mitgewippt haben. Nach über zwei Stunden Speedfolk vom Feinsten beenden Ralf Albers und seine Männer mit „Bugger Off“ das Konzert und ich wundere mich nicht mehr, dass Fiddler’s Green auch eine kleine Tour in Irland gespielt haben und dort mehr als akzeptiert wurden. Sie leben die irische Musik, dafür braucht man sich nicht lange anstrengen, man merkt es sofort.


Um sich einen klitzekleinen Eindruck von ihren Live-Qualitäten zu machen, empfehle ich das in 2010 erschienene Live-Album „Folk’s Not Dead“. Wie gesagt, es ist nur ein Teaser auf das, was man bei einem Fiddler’s Green-Konzert erwarten kann – und das ist eine ganze Menge! Also: Besser hingehen und sich selbst überzeugen.

Ich verneige mich vor Fiddler’s Green.
Meine Erwartungen wurden vollends erfüllt.

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2 Gedanken zu „Fiddler’s Green – die börse, Wuppertal – 22.10.2010

  1. Mein letztes FG Konzert war 1999, also schon ein wenig her, aber dennoch noch super Bilder im Kopf!

    Hab hier grad ein doppel Digipack aus dem gleichen Jahr in der Hand „Stagebox“- ein Grund sie mal wieder zu hören.

    Übrigens FG sind die Väter der „Wall of Folk“ eine Tanzabwandlung der berüchtigten „Wall of Death“

  2. Das mit der „Wall Of Folk“ habe ich mal gelesen. 🙂
    Es lohnt sich wirklich absolut mal (wieder) ein Konzert der Jungs zu besuchen – die sind im nächsten Jahr sicher wieder unterwegs. Hoff ich!

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