Pink Plastic Jesus – Hörbar, Oberstdorf – 15.10.2010

Pink Plastic Jesus – Wow, was für ein Bandname. Doch wer jetzt glaubt die Münchner/Landshuter bieten homoerotische Blasphemie irrt: Disco-Trash-And-Rock’N’Roll wird hier gepredigt!!! Dementsprechend gespannt finden wir uns in der Hörbar zu Oberstdorf an diesem Freitagabend ein. Schon in den vergangenen Jahren bewiesen die Macher des Clubs, dass eine gute Konzertpolitik kein Exklusivrecht großer Städte und bekannter Läden ist, sondern auch im Oberallgäu gute Musik ankommt und vermarktet werden kann. Bekannte Beispiele wären z.B. Firewater, Phenomden, Rainer von Vielen, DJ Vadim, Binder und Krieglstein oder Shantel. Schon beeindruckend wenn die Tour mancher dieser Künstler durch Europas Hauptstädte führt und dann in einem 11.000 Einwohner Nest, im tiefsten Bayern, Halt macht.
Die Plastik Jesusse (Was ist eigentlich Mehrzahl von Jesus??? Oder darf’s nur einen geben? Falls es jemand weiß, bitte melden – ich bin Heide) versprechen auf ihrer MySpace-Seite einen Sound der nur eine Richtung kennt. Musik die nach vorne geht, mit schön viel Gitarre und einem Bass(isten) der es leicht macht dieser Band zu verfallen. Volle Aufmerksamkeit hat der Sänger jedenfalls sofort. Ein lauter, langgezogener Schrei ins Mikro und alles dreht sich interessiert, zum Teil auch erschrocken, zur Bühne. Die Vier drehen auf und das Publikum geht mit. Ein paar mitgereiste Fans geben in der ersten Reihe alles für ihre „Stars“. Es klingt ein bisschen nach Sex Pistols, hier und da ein wenig nach Bloodhound Gang oder… ach egal, es ist einfach fucking Rock‘ N‘ Roll. Freilich erfinden sie das Rad nicht neu und bekannt kommt einem die Musik auch vor, doch findet man immer wieder neue Facetten, unerwartete Töne und neue Einflüsse, die eine gelungene Mischung ergeben und es vermeiden wie ein billiger Abklatsch Anderer zu klingen. Zwischendurch verteilt Sänger Andy (bezüglich der Namen der Bandmitglieder könnte die Myspace-Seite einen kleinen Relaunch vertragen ;-)…) Jägermeister, das kommt natürlich an. Er bezieht das Publikum regelmäßig ein, hält ihnen das Mikro, ob sie wollen oder nicht, vor die Nase, versucht sich an Mitklatsch-Aktionen und füllt die Pausen zwischen den Songs mit netten Worten. Das er als Sänger seine Lieder voll auslebt ist schließlich nur das i-Tüpfelchen einer gelungenen Bühnenperformance. Auf die Knie sinken, mitleiden, schreien – er hat das Gefühlskino drauf, dass muss man ihm lassen. Einziger Wehrmutstropfen: Eine Zugabe hätte es schon sein dürfen. Das ist sicherlich nicht nur mein Wunsch fürs nächste Mal.

Bleibt abschließend nur noch zu erwähnen, dass im November eine CD-Release-Party in Landshut geplant ist. Genaueres ist auf Myspace zu finden. Unbedingt reinschauen!!! Allein schon wegen der tollen Story zur Namensentstehung…

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2 Gedanken zu „Pink Plastic Jesus – Hörbar, Oberstdorf – 15.10.2010

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