Plattencheck: Kings Of Leon – Come Around Sundown

Endlich ist es soweit. Knapp zwei Jahre nach „Only By The Night“, erscheint mit „Come Around Sundown“, dass fünfte Studioalbum der Kings Of Leon. Ich habe hiermit die dankbare/undankbare Aufgabe das Werk zu rezensieren. Keine leichte Angelegenheit, ehrlich nicht. Denn an Kings Of Leon bzw. den aktuelleren musikalischen Ergüssen der Familie Followill scheiden sich die Geister. Fans der ersten Stunde vermissen das rockige, Caleb Followills dreckige Stimme, die Verwegenheit mit der die ersten drei Alben noch spielerisch umgegangen sind. Die neuen Fans hingegen, die auf einmal in Scharen zu Konzerten pilgern, weil KOL endlich radiotauglich sind, erfreuen sich gerade an den nun definitiv eingängigeren Produktionen. Was kann ich über „Come Around Sundown“ also sagen? Tja, es ist wieder ein weichgespültes, chartkompatibles und vor allem melancholisches Album. Ist das schlecht? Nein. Man darf nur momentan nicht davon ausgehen, dass KOL ganz back to the roots like, ihren alten Stil wiederfinden. Das Konzept, das zu den großen Erfolgen „Sex On Fire“ oder „Use Somebody“ geführt hat, wird in „Come Around Sundown“ definitiv kopiert. Never change a running system. Aber auch das ist keine Kritik. Zumindest nicht in meinen Augen. Warum sollte die Musik schlechter sein, nur weil sie im Radio gespielt und von Vielen gehört wird? Verliert die Qualität der Stücke proportional zu der Anzahl der Hörer? Wohl kaum. Wie kann man es Kritikern und Fans gleichermaßen recht machen? Klingt jedes Album gleich spricht man von Stillstand und Ideenlosigkeit, verändern sich Bands und werden von der großen Masse entdeckt wenden sich ebenfalls viele ab. So richtig Sinn macht das alles nicht. Aber zurück zum wesentlichen.
„Radioactive“, die erste Single hat das Potenzial an die Erfolge der letzten Singleauskopplungen anzuknüpfen. Auch andere Lieder wie beispielsweise „Back Down South“ oder „Pickup Truck“ haben alles was ein guter Hit haben muss. Eingängige Melodien, leichte Texte und einen Sänger der mit seiner Stimme selbst dann noch Gänsehaut erzeugt, wenn er das Telefonbuch von Bukarest zur Melodie von „Alle meine Entchen“ vorsingt. Ansonsten bin ich gespalten. Eine Platte, die sich ohne Probleme durchhören lässt. Nicht einmal will ich „skippen“ – einen echten Lieblingssong habe ich dennoch nicht entdeckt. Lediglich der erste Track „The End“ könnte das schaffen. Man muss es wohl einfach akzeptieren. Kings Of Leon haben sich an die großen Gesten gewöhnt, gefallen sich mit ihren schweren Melodien, die zwar ab und zu wieder dem Rock verfallen, aber sich doch nie so richtig dafür entscheiden können. Obwohl ich mehr erwartet hatte, ich weiß jetzt schon, dass so schnell nichts anderes in meinen CD-Player kommt.

Fazit: Puh!!! Wer sich mit den neuen Kings Of Leon anfreunden kann oder sie erst seit „Only By The Night“ kennt wird garantiert Gefallen an diesem Album finden. Überraschungen bietet es allerdings nicht und ist trotzdem, vor allem dank Caleb Followills Stimme, kein schlechtes Album.

Release: 15. Oktober 2010
Label: RCA
Genre: Alternative Rock
Dauer: 47 min.

Tracklist:

  1. The End
  2. Radioactive
  3. 
Pyro
  4. Mary
  5. 
The Face
  6. 
The Immortals
  7. 
Back Down South
  8. 
Beach Side
  9. 
No Money
  10. 
Pony Up
  11. 
Birthday
  12. 
Mi Amigo
  13. 
Pickup Truck
Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s