Young Rebel Set – ZAKK, Düsseldorf – 27. September 2010

„I’ve wasted so much love
Now I wish I’d never learnt to play a note.“
(Young Rebel Set – „If I Was“)

Zugegebenermaßen reicht mir normalerweise nicht ein einziger Song um einer Band zu verfallen. Beim Young Rebel Set aber war es ganz anders. Aufmerksam wurde ich auf die britische, siebenköpfige Band um den überaus charismatischen Frontman Matty Chipchase (yes, der Mann heißt wirklich so!) als ich das Programm des diesjährigen Haldern Pop Festivals las. Die meisten Künstler der Mainstage waren mir bekannt, eben bis auf das Young Rebel Set. Kurzum: Ich bemühte also YouTube und hörte „If I Was“. Der nächste Schritt war schnell klar: Nachsehen, wann diese Männer in meiner Nähe spielten und ein paar Tage später lagen die Tickets in meinem Briefkasten.

Das Konzert sollte im Club des ZAKK in Düsseldorf stattfinden und jeder der diesen Club kennt, weiß, dass nicht wirklich viele Menschen darin Platz finden. Das durfte ich dann anschließend auch (erneut) feststellen, was aber keineswegs ein Nachteil war. Bei jungen aufstrebenden Bands erfreut es mich immer wieder, wieviele unterschiedliche Menschen ihre Konzerte besuchen. Auch diesmal sollte ich nicht die Einzige sein, die die Band neu für sich entdeckt zu haben schien.

Meine Spannung war zum Bersten und ich sollte nicht enttäuscht werden.
Die Jungs starteten unter anderem mit dem sehr folkig-rockigem „I Wish“ und boten eine erstklassige Show mit ungefähr allen Instrumenten, die man sich vorstellen kann. Mitreißend waren neben der vielen Mundharmonika-Einlagen von David Coombe auch Schlagzeug, Bass, Akustik und E-Gitarren, gespielt von den anderen sechs Bandmitgliedern. Das Publikum längst im Griff setzten sie ihre Show mit Songs wie „Borders“, „Fall Hard“ und „Rosie“fort und nahmen die sehr kleine Bühne mit vielen wilden Tanzeinlagen komplett in Beschlag. Kein Zweifel, dass da eine Band spielte, die sehr viel Spass an ihrem Auftritt hatte. Kurzzeitig verstummte sogar die Stimme des ansonsten sehr selbstbewusst wirkenden Sängers: Nachdem ihr bislang bekanntester Titel „If I Was“ angestimmt wurde und das Publikum den Text in und auswendig mitsingen konnte, gewann ich den Eindruck, dass die Band nicht damit gerechnet hatte.
Ja, sie schien sogar ein wenig gerührt.

Nach einer Zugabe verabschiedete sich das Young Rebel Set, kündigte jedoch an, im Dezember nach Deutschland zurückzukehren. Ich hoffe sehr, dass auch ein Album nicht lange auf sich warten lässt. Die Jungs haben es verdient nicht nur in England hochgelobt und verehrt zu werden und auch der viel zitierte Vergleich mit der Musik von Bob Dylan und den Pogues kommt nicht von ungefähr.

Und nein, so richtig neu ist es nicht, was YRS musikalisch von sich geben, aber es ist ehrlich und man glaubt ihnen jede einzelne Silbe ihrer vielen Herzschmerz-Songs. Und ich denke, genau das ist es was eine gute Band ausmacht.

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3 Gedanken zu „Young Rebel Set – ZAKK, Düsseldorf – 27. September 2010

  1. Danke für den Hinweis Basti – Thees Uhlmann glauben wir grundsätzlich alles 🙂 Allen Fest van Cleef Besuchern wünschen wir viel Spaß.

  2. Hatte sie Anfang des Jahres schon mal gesehen… wirklich tolle Band, fand ich live damals sogar noch besser als fertig abgemischt. Hoffe, sie kommen dieses Jahr auch noch mal nach München.

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